Hitze, Rückenwind und ein langer Weg nach Pontian
Am heutigen Morgen ging es wieder früh aus dem Bett, da ich mir vorgenommen hatte, erneut eine längere Strecke zurückzulegen. Noch vor dem Aufbruch bereitete ich mir Instantnudeln zu und startete anschließend mit dem Fahrrad von der Jonker Street in Malakka. Durch die engen Straßen der Stadt navigierte ich mich hinaus und fuhr dabei stellenweise bewusst als „Geisterfahrer“, da die offiziellen Fahrtrichtungen teils große Umwege bedeutet hätten. Mit entsprechender Vorsicht stellte dies im innerstädtischen Bereich jedoch kein Problem dar.
Sobald ich die Stadt hinter mir gelassen hatte, führte mich der Weg erneut über Landstraßen, vorbei an endlosen Palmölplantagen. Immer wieder sah ich Affen, die geschickt über Strom- und Telefonleitungen balancierten. In einigen der Orte, die ich heute durchquerte, fiel mir zudem Streetart auf, und an einer Stelle reihten sich bunt gestrichene Häuser aneinander, die gemeinsam ein überraschend harmonisches Bild ergaben. Ansonsten wirkte die Bebauung vielerorts eher grau und heruntergekommen.
Der Großteil des Tages verlief relativ unspektakulär entlang der Küstenroute, wobei die Küste selbst meist nicht sichtbar war. Nur gelegentlich öffneten sich kleine Sichtfenster auf das Meer. Glücklicherweise begleitete mich ein leichter Rückenwind, der das Vorankommen erleichterte. Dennoch waren die Bedingungen äußerst fordernd: Bei rund 34 °C und einer Luftfeuchtigkeit von über 85 % – und diesmal ohne schützende Wolkendecke – war die Hitze extrem belastend.
Etwa alle 30 Kilometer legte ich kurze Stopps an kleinen Kiosken ein, um mit Softdrinks meinen Zuckerspiegel stabil zu halten und mich zumindest kurz abzukühlen. Gleichzeitig kam es erneut zu mehreren sehr unangenehmen Situationen mit großen LKWs, die mit hoher Geschwindigkeit und extrem geringem Abstand an mir vorbeifuhren. Malaysia empfinde ich bislang als das gefährlichste Land meiner Reise für Radfahrende, da der Schwerlastverkehr häufig rücksichtslos agiert.
Zur Mittagszeit fand ich schließlich eine kleine Garküche. Eigentlich hatte ich nur Reis mit etwas Gemüse bestellen wollen, erhielt jedoch Reis, eingewickelt in ein großes Blatt, serviert mit kleinen Fischen. Da ich keinen Fisch esse, pulte ich diesen mühsam heraus und aß anschließend lediglich den Reis und ein Ei. Energetisch war das deutlich zu wenig, doch wollte ich nicht unhöflich wirken. Einige Kilometer später legte ich daher noch einen zusätzlichen Stopp an einem Supermarkt ein, um meinen Energiebedarf besser zu decken.
Am Nachmittag verlief die Strecke ruhig, und da ich gut vorankam, entschloss ich mich, mehr Kilometer zu fahren als ursprünglich geplant. Schließlich erreichte ich tatsächlich noch Pontian. Dort gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft etwas mühsam: Die erste war unbesetzt und telefonisch nicht erreichbar, die zweite dauerhaft geschlossen. Erst beim dritten Versuch fand ich schließlich ein Zimmer.
Die Unterkunft war ein stark in die Jahre gekommenes Hotel, das offensichtlich seit Langem nicht mehr gepflegt wurde. Für eine Nacht war es jedoch akzeptabel. Am Abend ging ich noch etwas essen und kam dabei mit dem Besitzer ins Gespräch. Zu meiner Überraschung stellte er mir das Essen schließlich sogar kostenlos zur Verfügung – eine sehr freundliche Geste, über die ich mich sehr freute.
Anschließend kaufte ich in einem kleinen Supermarkt noch ein paar stärkende Lebensmittel für den nächsten Morgen ein, kehrte in mein kleines Zimmer zurück, erledigte meine gewohnte Abendroutine und fiel nach diesem langen, heißen Tag müde ins Bett.





