Tag
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Von der Panne zum Paradies – ein Tag zwischen Highway und Meeresrauschen


Heute wurde ich früh von bellenden Hunden aus dem Nachbarhaus geweckt. Also stand ich auf, trat aus meinem Zelt und wurde direkt mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang über dem Meer belohnt – ein perfekter Start in den Tag. Ich aß mein Frühstück, das ich mir am Vortag schon im 7-Eleven gekauft hatte, packte mein Zelt und die gesamte Ausrüstung wieder ordentlich zusammen und machte mich auf den Weg zurück auf die Straße.

Die ersten Kilometer verliefen ruhig, bis nach etwa 45 Kilometern plötzlich die Kette nicht mehr rund lief. Beim genaueren Hinsehen bemerkte ich, dass eines meiner Schaltröllchen – das kleine Zahnrad, das die Kette spannt – nahezu kaputt war. Es hatte sich gelöst, und im Inneren des Lagers konnte ich die kleinen Kugeln sehen – völlig trocken, ohne Fett.

Ich suchte direkt auf der Karte nach einem Fahrradladen und fand einen etwa 15 Kilometer entfernt. Um dorthin zu kommen, gab ich etwas Kettenöl ins Lager, damit es wenigstens provisorisch weiterlaufen konnte. Zum Glück funktionierte das – und ich erreichte den kleinen Fahrradladen ohne größere Probleme.

Dort schauten wir uns das defekte Teil gemeinsam an. Das Lager war komplett hinüber. Doch der Mechaniker hatte zufällig ein Ersatz-Schaltröllchen, wenn auch von deutlich schlechterer Qualität. Es war die einzige Option, also bauten wir es ein – in der Hoffnung, dass es mich noch bis Singapur bringt.

Nach der erfolgreichen Reparatur fuhr ich wieder auf den Highway, um mein heutiges Ziel – einen besonderen Strand – rechtzeitig zu erreichen. Die kleinen Küstenstraßen wären zwar schöner gewesen, hätten aber zu viele Kilometer bedeutet. Also entschied ich mich für die schnellere, aber lautere Variante.

Mittags hielt ich an einem kleinen Straßenrestaurant direkt am Highway, um zu essen. Die Umgebung war wenig spannend – viele kleine Ortschaften, Lastwagen, Verkehr und Hitze. Heute war es extrem warm, und ich musste regelmäßig bei 7-Eleven Supermärkten Wasser nachkaufen, da ich unglaublich viel schwitzte.

Nach rund 150 Kilometern erreichte ich endlich den Hat Wanakorn Nationalpark. Ich wollte dort übernachten und direkt am Strand zelten. Kurz vor dem Park suchte ich noch etwas zu essen, fand aber lange kein Restaurant. Erst 200 Meter vor der Parkabzweigung entdeckte ich eine kleine Garküche direkt am Highway. Zwei freundliche Frauen kochten mir dort für gerade einmal 20 Baht ein einfaches, aber köstliches Gericht – Reis mit etwas Sauce und Tofu.

Gestärkt fuhr ich weiter in den Nationalpark (Eintritt 100 Baht) und kam schließlich am traumhaften Strand an. Ich baute mein Zelt auf, zog meine Badehose an und sprang sofort in die Wellen. Das Wasser war angenehm und die Atmosphäre einfach magisch – dieser Schlafplatz war einer meiner schönsten seit Langem.

Ich genoss den Sonnenuntergang im Meer, setzte mich danach im Dunkeln an den Strand und machte wie immer meine Abendroutine: etwas dehnen, Salben auftragen, ein paar Nüsse essen und dabei meine Kurzvideos schneiden sowie diesen Tagebucheintrag schreiben.

Ein Tag, der mit einer Panne begann – und mit purem Glück am Meer endete.