Erste Eindrücke von Hanoi – zwischen Rollerchaos und Privatführung
Um 9:00 Uhr ging es für mich los: zunächst mit dem Bus zum Fähranleger, dann weiter mit einem zweiten Bus nach Hai Phong und schließlich mit einem dritten Bus nach Hanoi. Gegen 12:30 Uhr kam ich dort an. Keine halbe Stunde später hatte ich bereits eine Free Walking Tour gebucht. Zu meiner Überraschung war ich der einzige Teilnehmer – und bekam dadurch eine exklusive Privattour.
Mein Guide nahm sich viel Zeit für mich und fuhr mich sogar mit ihrem privaten Roller zu einigen zusätzlichen Orten, die normalerweise nicht auf dem Programm stehen. Gemeinsam besuchten wir das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, das Kriegsgefängnismuseum, die berühmte Train Street, das französische Viertel und natürlich die Altstadt.
Die Train Street war ein echtes Highlight: Eine enge Gasse, in der links und rechts Restaurants und kleine Läden dicht an dicht stehen – und mehrmals am Tag fährt ein Zug mitten hindurch. Ein faszinierendes Spektakel, auch wenn es natürlich sehr touristisch ist.
Der Verkehr in Hanoi ist schlicht unbeschreiblich. Ich war heilfroh, dass ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs sein musste. Stattdessen nahm ich mir mehrfach ein Motorrad-Taxi – eine Erfahrung, die man in Hanoi unbedingt machen sollte. Mit rund 3 Millionen Rollern bei 9 Millionen Einwohnern hat hier praktisch jeder ab 16 Jahren ein eigenes Gefährt. Das Gewusel auf den Straßen ist überwältigend, und vor allem zur Rush Hour gleicht die Fahrt einem wilden Tanz zwischen hupenden Motoren – stets mit der Hoffnung, unfallfrei anzukommen.
Meine Unterkunft suchte ich mir in der Nähe der Laotischen Botschaft, da ich am nächsten Tag mein Visum beantragen wollte. Am Abend traf ich mich mit der französischen Backpackerin, die ich bereits in Sapa kennengelernt hatte. Sie war gerade mit zwei Freundinnen in Hanoi unterwegs. Gemeinsam tauchten wir in die überfüllten, aber lebendigen Straßen der Altstadt ein. Wir probierten verschiedene kleine Restaurants aus, tranken zusammen und schlenderten später über den Nachtmarkt, wo das Handeln ein absolutes Muss ist – die Preise sind hier stark auf Touristen zugeschnitten.
Als die Müdigkeit uns schließlich überkam, verabschiedeten wir uns, und ich machte mich auf den Weg zurück in meine Unterkunft. Nach diesem ereignisreichen Tag fiel ich sofort in einen tiefen Schlaf.










