Nebel, Kinder und ein verborgener Schlafplatz im Canyon
Am Morgen war der Himmel dicht bewölkt, es tröpfelte leicht – eine willkommene Abwechslung zu der sonst gnadenlosen Sonne. Ich packte meine Sachen und machte mich wieder auf den Weg hinein in die Wüste. Die Szenerie war eindrucksvoll: graue Wolken über den rot-braunen Sandformationen, die Luft kühl und feucht bei angenehmen 22 Grad. Immer wieder verstärkte sich der Regen kurz, nur um dann wieder in feinem Niesel zu verschwinden – eine Stimmung, die fast schon magisch war.
So fuhr ich 140 Kilometer durch diese besondere Kulisse, bis ich am späten Nachmittag ein kleines Dorf erreichte. Dort kehrte ich zum Abendessen ein. Während ich aß, sammelten sich neugierige Kinder um mich. Sie beobachteten mich mit großen Augen, lachten, stellten Fragen – und wollten am Ende natürlich auch noch Fotos mit mir machen. Eine Szene, wie ich sie in China mittlerweile gut kenne – und doch zaubert sie mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.
Nach dem Essen machte ich mich auf die Suche nach einem Schlafplatz. Kaum hatte ich den Ort verlassen, entdeckte ich einen kleinen Feldweg, der von der Straße abzweigte. Neugierig bog ich ein. Nach wenigen hundert Metern stieß ich auf einen niedergetretenen Zaun – wahrscheinlich von Einheimischen ignoriert oder bewusst geöffnet. Ich schob mein Fahrrad durch und fuhr weiter, hinein in eine Canyon-artige Landschaft aus gehärtetem Sand und Lehm.
Plötzlich hörte ich ein leises Rauschen. Ich fuhr weiter und sah, wie sich ein Fluss in engen Meandern durch das Gelände schlängelte – ein beeindruckender Anblick. Ein Schild erklärte (dank Translator), dass es sich um ein Wasserreservoir handelt. Vermutlich dürfte ich hier offiziell gar nicht campen – aber die abgelegene Lage, die einsame Schönheit und die Ruhe überzeugten mich.
Ich baute mein Zelt gut versteckt in einer Sandmulde auf und genoss die absolute Stille, nur unterbrochen vom gleichmäßigen Plätschern des Flusses. In dieser einsamen, friedlichen Atmosphäre, umgeben von natürlicher Schönheit und unter dem Schein des Mondes, ging ich schlafen – ein Platz, der sicher zu den schönsten meiner bisherigen Reise gehört.









