Tag
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Sandsturm, Ruhetag und eine Nacht auf dem Boden

Heute wachte ich früh am Morgen wieder hinter der Polizeistation auf – dem inoffiziellen „Campingplatz“ der Stadt. Im Laufe der Nacht hatten sich einige andere Zelte dazugesellt. Die Stimmung am Morgen war ruhig und entspannt. Ich bereitete mir erst einmal ein Müsli mit Haferflocken und frischem Obst zu und genoss die ruhige Atmosphäre.

Der Tag verlief vergleichsweise unspektakulär, aber dennoch mit wichtigen Aufgaben. Ich machte mich auf den Weg zu einem zentralen Platz, an dem viele kleine Restaurants angesiedelt waren. Kaum dort angekommen, wurde mir direkt ein Mittagessen spendiert – die Menschen hier sind trotz aller bürokratischen Hürden oft überraschend herzlich.

Den Nachmittag verbrachte ich am Schnitt meiner Kurzvideos, was – wie immer – viel Geduld und Zeit kostete. Anschließend nahm ich mir den Blog vor. Das dauerte deutlich länger als geplant, denn das Internet in dem kleinen Dorf war extrem langsam. Für mich kommt erschwerend hinzu, dass ich einen VPN benutzen muss, um meine Webseite überhaupt öffnen und bearbeiten zu können. Das macht alles umständlich, aber so ist das nun mal in China.

Als endlich alle Bilder hochgeladen und die Texte angepasst waren, ging ich noch einmal abendessen, um genug Kraft für den nächsten Tag zu sammeln. Gegen Abend zog jedoch ein heftiger Sandsturm auf. Der Wind peitschte durch die Straßen und der feine Wüstensand hing wie Nebel in der Luft.

Der Betreiber des Restaurants, in dem ich gegessen hatte, zeigte mir schließlich eine Ecke mit ein paar Stühlen und einer Matratze. Er meinte, ich könne mich dort für die Nacht hinlegen. Ich nahm das Angebot dankend an – angesichts des Sturms draußen war das eine echte Rettung.

Doch die Nacht war alles andere als ruhig. Der Wind heulte weiter, Staub und Sand drangen selbst durch Ritzen, und ich wachte immer wieder auf. Zum ersten Mal auf dieser Reise hatte ich das Gefühl, wie ein Obdachloser zu leben – auf einer Matratze zwischen Möbeln, in einem öffentlichen Raum, mit nichts als meinem Schlafsacirca.