Vor dem Gewitter in Sicherheit: Ankunft in Karakol
Heute wachte ich ganz gemütlich am Strand auf – die Sonnenstrahlen fielen durch mein Zelt, das Rauschen des Wassers sorgte für eine friedliche Atmosphäre. Ich frühstückte etwas Brot mit Erdnussbutter, packte mein Lager zusammen und machte mich auf den Weg.
Die heutige Etappe führte mich über viele kleine Hügel, immer wieder mit schönen Ausblicken auf den Issyk-Kul-See. Nach etwa 60 Kilometern legte ich meinen letzten Stopp direkt am Wasser ein. Von hier an entfernte sich die Strecke vom See und führte mehr ins Landesinnere. Also genoss ich diesen letzten Moment mit Blick auf die endlose Wasserfläche, bevor es weiterging.
Schon eine Weile fuhr ich mit einem drohenden Blick über die Schulter: Eine große Regen- und Gewitterfront näherte sich von hinten, immer dunkler und schwerer. Ich trat kräftig in die Pedale – fast im Wettlauf mit dem Wetter. Der Regen rückte immer näher, und ich spürte, wie die Spannung in der Luft stieg.
Mit hohem Tempo erreichte ich schließlich Karakol, und gerade als ich in der Stadt ankam, begann es zu regnen. Ich suchte sofort nach einem Unterschlupf, fand eine Unterkunft in der Nähe, fuhr durch den Regen dorthin und checkte schnell ein.
Zu meinem großen Glück machte die Gastgeberin des Gästehauses mir als jungen Radreisenden, der gerade vor dem Regen geflüchtet war, einen großzügigen Sonderpreis: 30 € für zwei Nächte, inklusive Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Das war nicht nur finanziell eine Erleichterung, sondern auch eine echte Wohltat für Körper und Geist.
Ich hatte mein eigenes Zimmer, eine warme Dusche, WLAN – und vor allem: Ruhe. Am Abend gab es Reis mit Tomate und Gurke, eine einfache, aber genau richtige Mahlzeit. Danach fiel ich erschöpft, aber zufrieden ins Bett.




