Geburtstag auf dem Fahrrad
Heute war ein ganz besonderer Tag: Mein 21. Geburtstag – und wie sollte ich ihn anders verbringen als auf dem Fahrrad! Alles war gesattelt, die Taschen gepackt, der Abschied im Hostel gemacht. Es ging los – auf Richtung Bischkek.
Doch der Tag hatte es in sich: 40 Grad in der prallen Sonne, kaum Schatten und die gefühlt endlosen Hügel verlangten mir einiges ab. Die Hitze erinnerte mich an die Wüsten in Kasachstan und Usbekistan. Manchmal war sie so intensiv, dass ich Gänsehaut bekam – diese Art von Hitze, bei der sich die Haut anfühlt, als würde sie glühen. Immer wieder musste ich unter Bäumen am Straßenrand pausieren, um nicht völlig zu überhitzen. Noch vor wenigen Tagen war ich bei angenehmen 20 Grad unterwegs – mein Körper hatte sich auf die Hitze noch nicht wieder eingestellt.
Nach über 105 Kilometern, mehreren Anstiegen und etwa sieben Litern Wasser, erreichte ich endlich einen See. Die Erfrischung war pure Erlösung – körperlich wie mental. Dort waren auch einige andere Menschen, die mir gleich Wassermelone und Fladenbrot anboten. Eigentlich sehnte ich mich nach etwas Sättigendem wie Nudeln, aber aus Respekt wollte ich das freundliche Angebot nicht ausschlagen.
Später, als die Badestelle ruhiger wurde, kochte ich mir doch noch meine heiß ersehnten Nudeln. Währenddessen kamen die Leute, die sich um die Anlage kümmerten, und schenkten mir zusätzlich noch eine Fanta, frische Erdbeeren, Mirabellen und noch mehr Brot. Es war nicht viel – aber gerade durch diese herzliche Geste wurde mein Geburtstag zu etwas ganz Besonderem.
Ein einfaches, echtes Geburtstagsgeschenk – mitten in der Natur, nach einem herausfordernden Tag, irgendwo in Kirgistan.
Abends legte ich mich auf einer kleinen Holzplattform am Wasser zur Ruhe, vollkommen erschöpft – und zufrieden. Ein Geburtstag, den ich sicher nie vergessen werde.





