Ein Pausetag in Duschanbe – Organisation, Begegnungen und ein Stück Geschichte
Heute stand ich etwas früher auf – trotz Pausentag, denn ich hatte einiges zu erledigen. Zum Frühstück gab es Müsli, das ich mir am Vortag im Supermarkt selbst zusammengestellt hatte. Dann ging es direkt mit dem Taxi in die Stadt. Mein erstes Ziel: eine tadschikische SIM-Karte.
Ich entschied mich nicht nur für eine, sondern für gleich zwei Karten – eine von TCell, die andere vom Anbieter Megafon. Der Grund: In den abgelegenen Regionen des Pamir-Gebirges hat man oft nur mit einem der beiden Anbieter Empfang – welcher gerade funktioniert, hängt vom jeweiligen Tal oder Pass ab. Auch wenn das insgesamt knapp 20 € kostet, war es mir die Sicherheit auf meiner Solo-Reise wert. Wer allein in solch abgelegenen Höhen unterwegs ist, möchte nicht nur Netz haben, wenn es zufällig verfügbar ist – sondern dann auch darauf zugreifen können.
Nachdem das erledigt war, ging es weiter ins Kaufhaus. Dort kaufte ich mir eine einfache Sonnenkappe – bislang hatte ich nur meine Fahrradkappe, die in der prallen Sonne nicht ganz ausreicht. Außerdem ließ ich bei einem Handyshop meine Displayschutzfolie wechseln. Die alte war schon mehrfach gerissen – höchste Zeit für Ersatz.
Anschließend ging es mit dem Taxi weiter zum Treffpunkt einer Free Walking Tour, die ich spontan am Vorabend gebucht hatte. Vor Ort stellte ich schnell fest, dass ich der einzige Teilnehmer war – der eigentliche Guide war krank geworden, dafür sprang sein Vater ein: ein 61-jähriger Tadschike, der mit großer Ruhe und echter Leidenschaft durch die Stadt führte.
Obwohl Duschanbe nicht mit einer Fülle historischer Bauwerke aufwarten kann – viele kulturelle Schätze Tadschikistans befinden sich bis heute in Samarkand, das früher einmal Teil des Landes war –, war die Tour unglaublich spannend. Wir besuchten verschiedene Monumente, gingen durch Parks und machten sogar einen Abstecher in die große Staatsbibliothek, wo ich einen seltenen Blick hinter die Kulissen alter sowjetischer Architektur werfen konnte.
Zum Abschluss setzten wir uns noch gemeinsam auf eine Bank im Schatten. Wir sprachen lange – über Kultur, Familie, Geschichte und das Leben in Tadschikistan. Es war eine Begegnung, die mir in Erinnerung bleiben wird. Der Mann war nicht nur informativ, sondern auch unglaublich herzlich.
Danach lief ich zu Fuß zur Visabehörde, wo ich mir mein GBAO Permit abholte – die spezielle Einreisegenehmigung für das Pamir-Gebirge. Ohne sie ist die Durchfahrt dort nicht erlaubt.
Bevor ich zurück zur Unterkunft fuhr, verbrachte ich noch eine ruhige Stunde am großen See mitten in der Stadt. Im Schatten entspannte ich, ließ die vielen Eindrücke des Tages auf mich wirken und sammelte Kraft.
Wieder im Hostel angekommen, widmete ich mich meinem Fahrrad. Nach der Schlammschlacht über den Pass war es überfällig, die Kette zu reinigen, den Rahmen abzuwischen und die Schaltung durchzuchecken. Danach ruhte ich mich viel aus – und ging am Abend erneut Nudeln essen, um meinen Energiespeicher für den nächsten Tourtag aufzufüllen.
Auch wenn ich heute nicht auf dem Rad saß, war der Tag voller kleiner Etappen, Aufgaben und Begegnungen. Ein produktiver und zugleich bereichernder Pausetag in Duschanbe.







