Ankunft in Samarkand und Reparaturen am Fahrrad
Am nächsten Morgen stand ich erneut früh um 5:30 Uhr auf. Auch zu dieser Zeit waren bereits mehrere Menschen auf dem Feld, auf dem Trauben wuchsen, beschäftigt. Während ich meine Sachen zusammenpackte, gesellten sich die Leute von gestern sowie einige neue Personen hinzu. Einer der beiden sprach etwas Englisch, sodass ich kurz mit ihm sprechen konnte. Anschließend machte ich mich auf den Weg – noch etwa 85 Kilometer lagen bis nach Samarkand vor mir.
Leider blies auch heute wieder ein ungünstiger Gegenwind, der mich ständig bremste und viel Kraft kostete. Nach großem Durchhaltevermögen und vielen Mühen erreichte ich schließlich am Mittag mein Ziel. Ich steuerte ein vorab ausgesuchtes Hotel an, wo ich problemlos ein Zimmer erhielt. Als erste Amtshandlung nahm ich eine erfrischende Dusche.
Dabei bemerkte ich, dass an der gegenüberliegenden Seite der Gepäckträgerbefestigung am Fahrradrahmen unterhalb leichte Risse entstanden waren. Um einer Ausbreitung dieser Schäden vorzubeugen, beschloss ich noch am selben Tag, die Stelle schweißen zu lassen. Im Fahrradladen wurde die Reparatur zügig durchgeführt. Da dort jedoch kein Klarlack zur Verfügung stand, um die Schweißnaht vor Korrosion zu schützen, machte ich mich auf die Suche nach einer Autowerkstatt.
Eine erste kleinere Werkstatt hatte ebenfalls keinen passenden Lack vorrätig. Schließlich fand ich in einer größeren Werkstatt den benötigten Schutzlack und etwas Farblack. Zwischen den einzelnen Lackschichten musste ich mehrere Minuten warten, bis alles trocknete. Während dieser Wartezeiten kam ich mit den Autoreparaturmeistern ins Gespräch, die sehr interessiert an meiner Reise waren. Bevor ich die Werkstatt verließ, baten sie um ein gemeinsames Foto, das sie in ihrem Betrieb aufhängen wollten – eine große Ehre für mich.
Anschließend erkundete ich die Stadt auf eigene Faust und besuchte einen Friseur. Meine Haare waren seit meinem letzten Haarschnitt in Erzerum, Türkei, stark gewachsen. Der Friseur lieferte ausgezeichnete Arbeit ab, schnitt meine Haare und pflegte meinen Bart – besser als ich es erwartet hätte. Ich hatte im Vorfeld gezielt einen Friseur mit sehr guten Bewertungen ausgewählt.
Am Abend fand auf dem Registan-Platz, der von mehreren Mausoleen umgeben ist, eine Lichtshow statt. Diese war zwar nicht spektakulär, aber dennoch sehenswert. Voll neuer Eindrücke fiel ich auch an diesem Tag müde ins Bett.









