Begegnungen in der Wüste – ein Tag voller Menschlichkeit
Heute Morgen klingelte mein Wecker bereits um 4:45 Uhr – nötig, denn der Tag sollte wieder extrem heiß werden. Zum Glück musste ich nur noch mein Fahrrad kurz fertig packen, und schon konnte ich starten. In der kühlen Morgendämmerung loszuradeln, war ein Genuss. Nur wenige Kilometer später, gegen 5:15 Uhr, ging die Sonne auf. Die Magie dieses frühen Morgens war unbeschreiblich – alles lag still, und der Horizont glühte langsam auf.
Nach rund 50 Kilometern legte ich meine Frühstückspause ein. Danach schwang ich mich wieder auf den Sattel und setzte meinen Weg durch einen weiten Wüstenabschnitt fort – mitten im Herzen Usbekistans. Insgesamt zieht sich dieses Wüstenstück über etwa 280 Kilometer. Glücklicherweise gab es immer wieder kleine Cafés oder Minimärkte, an denen ich meine Wasservorräte auffüllen und Snacks kaufen konnte.
An einem dieser Stopps kam ein Reisebus mit deutschen Touristen an. Als sie mich sahen, waren sie direkt fasziniert. Ich kam mit vielen von ihnen ins Gespräch und erzählte, soweit es in der kurzen Zeit möglich war, ein wenig von meiner bisherigen Reise. Ihre Begeisterung war ansteckend.
Später, an einem kleinen Kiosk, traf ich auf eine Reisegruppe aus Sri Lanka. Auch sie waren sehr neugierig und wollten unbedingt Fotos mit mir machen. Einige motivierten mich direkt dazu, Sri Lanka einmal zu bereisen. Ich musste ein wenig schmunzeln und erklärte, dass ich mich nun erst einmal auf diese Tour konzentriere – aber wer weiß, was in Zukunft noch alles möglich ist.
Nach 140 Kilometern und erneut sehr viel Gegenwind erreichte ich schließlich eine Stelle mit einigen kleinen Marktständen. Davor standen traditionelle usbekische Liegen, die sowohl für kurze Pausen als auch zum Übernachten genutzt werden können. Ich machte es mir auf einer davon gemütlich und richtete meinen kleinen Schlafplatz ein.
Bevor ich mich zur Ruhe legte, kochte ich mir noch ein paar Nudeln auf meinem Campingkocher – nach so einem Tag braucht der Körper wieder Energie. Am Abend kamen dann noch zwei LKW-Fahrer dazu, mit denen ich mich über Google Translate länger unterhielt. Einer von ihnen wohnt hinter Taschkent – vielleicht werde ich ihn dort sogar wiedersehen. Diese Offenheit, Freundlichkeit und echte Neugier der Menschen berührt mich jedes Mal aufs Neue.
Da mein Lagerplatz direkt an der Hauptstraße lag, nutzte ich Schlafmaske und Ohrstöpsel – ohne sie hätten mich die hellen Lichter der LKWs, das Gehupe und das Anfahren hinter der Polizeikontrolle sicher um den Schlaf gebracht. So jedoch schlief ich erstaunlich gut ein – dankbar für die vielen schönen Begegnungen des Tages.







