Tag
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Zwischen Back-ups, Moscheen und der Suche nach einem Hammam

Heute Morgen wachte ich endlich einmal ausgeschlafen auf – ein gutes Gefühl nach den letzten anstrengenden Tagen. Ich nutzte die Ruhe des Vormittags, um meine ganzen Aufnahmen zu sichern – sowohl für meine Doku als auch für die geplanten Vorträge. Danach schnitt ich noch einige meiner täglichen Kurzvideos der letzten Tage, um mit dem aktuellen Stand wieder aufzuholen.

Gegen Mittag machte ich mich auf in die Stadt – Erzerum, die größte Stadt Ostanatoliens mit rund 750.000 Einwohnern. Überraschenderweise werden hier keine geführten Stadttouren angeboten. Also erkundete ich alles auf eigene Faust. Obwohl es auf den ersten Blick nicht viel zu entdecken gab, beeindruckten mich doch einige Orte sehr – allen voran die zahlreichen Moscheen mit ihrer eindrucksvollen Architektur. Auch die alte Burg, von der aus man einen tollen Blick über die Stadt und die angrenzenden, schneebedeckten Berge hat, war ein echtes Highlight.

Anschließend besuchte ich das Atatürk-Haus, das ehemalige Wohnhaus von Mustafa Kemal Atatürk, das heute ein kleines Museum ist. Leider war es kaum ausgeschildert und wirkte recht unscheinbar – schade eigentlich, denn dieser geschichtsträchtige Ort hätte definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Beim Herumlaufen fiel mir auf, dass viele Gebäude in der Stadt heruntergekommen oder halb verfallen sind. Auch ist es recht schwer, bestimmte Dinge wie Läden oder Dienstleistungen zu finden. Ich machte mich auf die Suche nach einem Hammam, um mir eine Massage zu gönnen. Laut Google Maps gab es drei – ich lief zu allen, fand aber keines davon. Niemand, den ich fragte, wusste etwas über sie oder bestätigte sogar, dass sie überhaupt je existiert hätten. Sehr merkwürdig.

Am Nachmittag ging ich dann zum Friseur. Dort traf ich auf einen netten Türken, der etwas Deutsch sprach. Wir kamen ins Gespräch, und ich erzählte ihm von meiner erfolglosen Hammam-Suche. Er bot spontan seine Hilfe an, gab mir seine Nummer – und kurze Zeit später schickte er mir den Standort eines funktionierenden Hammams. Es war tatsächlich das einzige aktive Hammam in der Stadt – in einem Bereich einer alten, nicht mehr vollständig intakten Moschee untergebracht.

Das Hammam war sehr traditionell – ganz anders als das touristisch geprägte Erlebnis, das ich in einem Hotel in Antalya hatte. Die Massage des Hammam-Meisters war hervorragend. Etwas störend war allerdings, dass im Ruhebereich geraucht wurde – eine Eigenart, an die ich mich nicht gewöhnen kann.

Am Abend begab ich mich noch auf die Suche nach einem Supermarkt – eine ähnlich frustrierende Erfahrung wie mit den Hammams. Viele der Läden, die bei Google Maps eingezeichnet waren, existierten entweder gar nicht mehr oder waren leer. Nach einiger Suche fand ich schließlich doch einen, kaufte ein paar Vorräte für meine morgige Weiterfahrt und machte mich auf den Rückweg.

Im Hotel angekommen, setzte ich mich noch an meinen Blog, bearbeitete einige Beiträge auf meiner Website – und fiel danach müde, aber zufrieden ins Bett.