Ruhetag mit Aussicht auf Höhepunkte
Heute habe ich mir endlich mal einen Morgen zum Ausschlafen gegönnt. Nach den anstrengenden Wanderungen der letzten Tage und der unruhigen Nacht brauchte mein Körper einfach etwas Zeit zur Regeneration. Ein bisschen runterkommen, ein bisschen Durchatmen.
Der Vormittag war meiner digitalen Reise gewidmet: Ich überarbeitete meinen Blog, schnitt Kurzvideos für meine Social-Media-Kanäle und plante die kommenden Wochen meiner Tour bis nach Tiflis. Während draußen das Leben in Göreme seinen gemächlichen Lauf nahm, tippte ich mich durch Erinnerungen, bearbeitete Momente, setzte Struktur in all das Erlebte – eine andere, aber genauso wichtige Seite meiner Reise.
Trotz des „Bürotags“ konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch heute wieder ein Stück Kapadokien zu Fuß zu entdecken. Diesmal stand das Pigeon Valley auf dem Plan – ein Tal, das mir bisher noch gefehlt hatte. Vom Zentrum Göremes ging es etwa fünf Kilometer durch das verwinkelte, friedliche Tal. Zwischen bizarren Felsformationen, kleinen Höhlen und jahrhundertealten Taubenschlägen fühlte ich mich erneut wie in einer anderen Welt. Diese Ruhe, die sich mit jedem Schritt durch die weichen Pfade verstärkt, ist einfach unbezahlbar.
Am Ende des Tals stieg ich hinauf nach Uçhisar. Dort wartete ich an der Burg auf den Bus zurück – doch ich musste gar nicht lange warten. Ein freundlicher Mann, der für eine Ballonfirma arbeitet, nahm mich kurzerhand in seinem Auto mit nach Göreme. Hitchhiking ohne Daumen raus – manchmal rollt das Leben einfach mit.
Zurück in der Stadt erledigte ich dann etwas, worauf ich lange gewartet hatte: Ich buchte meinen eigenen Ballonflug – für den allerletzten Morgen in Kapadokien. In den letzten Tagen lagen die Preise zwischen 350 und 500 Euro. Heute jedoch ging es – endlich – etwas runter. Für 220 Euro bekam ich meinen Platz im Korb. Kein Schnäppchen, aber ein Wunsch, den ich mir unbedingt erfüllen wollte. Da der Preis in bar bezahlt werden musste, hob ich kurzerhand 9600 Türkische Lira ab – was bei einem maximalen Scheinwert von 200 Lira fast schon filmreif wirkt. Ein halber Ziegelstein Bargeld.
Zurück im Alpha Stone House arbeitete ich weiter an meinen Kurzvideos, lud mein tägliches Update hoch und holte mir am Abend zwei Cigköfte-Rollen bei einem kleinen Laden um die Ecke. Eigentlich hatte ich geplant, früh ins Bett zu gehen – der Wecker für den Ballonflug morgen wird schließlich gnadenlos früh klingeln. Aber wie das so ist: Die Zeit verfliegt, und so lag ich erst gegen 23:30 Uhr im Bett – voller Vorfreude auf das morgige Abenteuer am Himmel.




