Tag
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Magischer Morgen und plötzlicher Rückschlag

Der heutige Morgen war der erste seit Tagen, an dem das Wetter wieder so gut war, dass die Ballons endlich fliegen konnten. Also machten sich Fabio, Cheyenne – eine Amerikanerin, die ich im Hostel kennengelernt habe – und ich bereits um 5:00 Uhr morgens auf den Weg zu einem Aussichtspunkt, um das Spektakel zu erleben.

Das Wetter war perfekt. Der Himmel wurde langsam heller, die ersten Ballons stiegen lautlos in die Luft – und die Magie begann. Als schließlich die aufgehende Sonne die hoch oben schwebenden Heißluftballons in goldenes Licht tauchte, wusste ich gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Ich wollte diesen Moment mit meiner Kamera einfangen, aber gleichzeitig einfach nur genießen. Es war einfach atemberaubend schön – ein Erlebnis, das sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt hat.

Zurück im Hostel gab es ein leckeres Frühstück, und bevor ich auscheckte, sicherte ich noch all meine Kameraaufnahmen. Zum Glück durfte ich meine Sachen bis zum Abend dort lassen, bevor ich mir eine neue Bleibe suchen musste.

Meine Priorität an diesem Tag war klar: Ich wollte nach Nevşehir fahren, um mir im Fahrradladen endlich ein paar Ersatzschläuche zu besorgen. Das klappte zum Glück reibungslos.

Später traf ich mich mit Fabio an der Burg von Uchisar. Von dort aus hatten wir eine unglaubliche Aussicht über das nördliche Tal Kappadokiens. Wir beschlossen, von dort zurück nach Göreme zu wandern – durch das White Valley und anschließend durch das Love Valley. Wie schon bei meiner Wanderung vor zwei Tagen war auch heute kaum jemand unterwegs. Die Ruhe, die frische Luft und der weite Blick auf diese außergewöhnliche Landschaft – das alles war einfach pures Glück.

Im White Valley beeindruckten uns vor allem die hellen, fast weißen Gesteinsformationen. Im Love Valley dagegen formte die Natur Skulpturen, die sehr deutlich an das männliche Geschlecht erinnerten – surreal, witzig, fast wie aus einer anderen Welt. Es ist kaum zu glauben, dass solche Formen natürlich entstanden sind.

Nach rund 15 Kilometern zu Fuß und über 30.000 Schritten gönnten Fabio und ich uns wieder ein Abendessen. Als ich zurück zum ursprünglich gebuchten Hostel kam, war dort jedoch niemand anzutreffen. Nach einiger Wartezeit erschien jemand von der Rezeption – und erklärte mir, ich hätte ein Bett im Frauenschlafsaal gebucht. Laut meiner Reservierung stimmte das jedoch nicht. Da das Hostel nun ausgebucht war, musste ich kurzfristig etwas Neues finden.

Etwas gestresst, aber entschlossen, ging ich direkt zu einem nahegelegenen Hotel, anstatt über Booking zu buchen. Ich konnte dem Betreiber klar machen, dass er sich die Plattformgebühren spart – und so bekam ich das Zimmer für zwei Nächte für 80 € statt 92 €. Direkt ein besserer Deal.

Doch kaum war ich fertig mit dem Essen, merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Ich begann stark zu schwitzen, fühlte mich plötzlich sehr unwohl. Ich weiß bis heute nicht, was genau der Auslöser war. Schnell ging ich in meine neue Unterkunft und legte mich hin. Die Nacht war alles andere als erholsam. Ich verbrachte einige Zeit auf der Toilette – mein Magen musste wohl etwas loswerden – und konnte erst danach wieder einigermaßen schlafen.