Tag
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Herzlicher Abschied von meiner Gastfamilie und auf dem Weg über den größten Salzsee der Türkei

Am heutigen Morgen brachte mich der Großvater mit dem Auto zurück zum Haus der Familie – eine Strecke von gerade einmal 500 Metern. Man hätte sie locker zu Fuß gehen können, aber der Großvater fährt grundsätzlich alles mit dem Auto. Dort angekommen, wartete schon ein leckeres Frühstück auf mich. Ich schlug noch einmal richtig zu, um für den bevorstehenden Tag genügend Energie zu haben.

Wie immer hieß es irgendwann Abschied nehmen. Bevor ich losfuhr, drehte ich mit den Großeltern noch eine kleine Interviewsequenz für meine Dokumentation über die Radreise – ein schöner Abschluss dieses unerwarteten, aber intensiven Zwischenstopps.

Die ersten 70 Kilometer führten mich über eine flache Ebene mit ein paar Hügeln, bis ich mein heutiges Ziel erreichte: den Toz Gölü – ein riesiger Salzsee, der sich wunderschön in die Landschaft einfügt. Im Sommer soll er leicht rosa schimmern, heute im Winter sah er eher aus wie ein gewöhnlicher See. An seinem Rand entdeckte ich große weiße Salzhügel, wo das Salz aus dem Seewasser gefiltert und dann auf LKWs verladen wird – beeindruckend zu sehen.

Doch die Idylle wurde kurz unterbrochen: Ich bemerkte, dass mein Vorderreifen platt war – der zweite Platten auf meiner gesamten Tour, und das auch noch direkt einen Tag nach dem letzten. Genervt wechselte ich den Schlauch und fuhr weiter. Bei der nächsten Tankstelle pumpte ich ihn auf den richtigen Druck auf. In der nahegelegenen Kleinstadt gab es sogar einen Fahrradladen, aber leider hatten sie keine passenden Ersatzschläuche – ich fahre mit französischem Ventil, hier ist das Autoventil Standard.

Also hieß es: weiterfahren. Mein Plan war, mir eine schöne Schlafstelle am See zu suchen. Nach weiteren 25 Kilometern, also insgesamt 103 km für den Tag, fand ich einen tollen Spot direkt am See mit Blick auf die weite Salzfläche. Die Kulisse war beeindruckend – absolute Ruhe, Weite, Salz unter den Füßen.

Ich begann meine Abendroutine, kochte mir Nudeln, während es langsam kälter wurde. Kurz darauf setzte auch der Regen ein – gerade noch rechtzeitig war ich im Schlafsack.