Tag
1

Von den Morgentrommeln zum türkischen Gastfreundschaftserlebnis 
 
Um 3:00 Uhr morgens hörte ich das Trommeln und Rufen, ein Brauch, der insbesondere von den Muslimen, vor allem aber von Kindern und Jugendlichen, praktiziert wird, um die Menschen zu wecken und zum Suhurmahl, dem Frühstück vor dem ersten Gebet und dem Sonnenaufgang, zu rufen. Doch ich schlief wieder ein und nahm mein Frühstück, wie so oft, erst bei Sonnenaufgang zu mir – bestehend aus Keksen und Obst. 
 
Heute stand jedoch ein bedeutender Tag bevor, denn ich wollte die türkische Grenze überqueren. Zunächst galt es, einen großen Berg über Alexandropolis zu erklimmen, bevor ich wieder zum Mittelmeer gelangte. Von Alexandropolis aus führte mich der Weg weiter ins Landesinnere, zur türkischen Grenze. Nach etwa 90 km erreichte ich die Grenze und passierte die türkischen Kontrollposten problemlos und unkompliziert. 
 
Anschließend setzte ich meine Reise vom Grenzübergang Ipsala nach Kesan fort. In Kesan angekommen, schob ich mein Fahrrad über einen Wall an der Hauptstraße und erreichte einen Seitenstreifen am Rande eines Feldes. Dort richtete ich mein Nachtlager ein und genoss die Aussicht von meinem Hügel auf die Stadt Kesan. So begann mein erster Tag in der Türkei, begleitet von einer Mischung aus Erleichterung und Vorfreude auf die kommenden Erlebnisse.