Von der morgendlichen blauen Stunde geweckt, erblickte ich die atemberaubende Szenerie um mich herum. Der Fluss Mat schlängelte sich majestätisch durch die Berge, und die ganze Landschaft wirkte fast surreal. Als schließlich die Sonne hinter den Gipfeln auftauchte und ihre ersten Strahlen über das Tal warf, war der Moment nahezu perfekt.
Ich setzte mich auf meinen Campingstuhl und genoss mein Frühstück, das aus Joghurt, Früchten, einem Apfel, einer Banane und Haferkeksen bestand. Noch einige Minuten ließ ich den beeindruckenden Ausblick auf mich wirken, bevor ich langsam meine Sachen zusammenpackte.
Kaum war ich wieder auf dem Fahrrad, setzte leichter Nieselregen ein – und er sollte mich den ganzen Tag in Intervallen begleiten. Doch da es nicht stark regnete und die Temperaturen bei angenehmen 17 °C lagen, verzichtete ich auf meine Regenjacke. So kühlte ich nicht zu schnell aus.
Meine heutige Strecke führte mich durch das albanische Hinterland, immer wieder über hügeliges Terrain. Die Straßen waren größtenteils holprig und in schlechtem Zustand. Je weiter ich Richtung Nordmazedonien ins Landesinnere fuhr, desto mehr verarmte und heruntergekommene Dörfer passierte ich.
Nach etwa 90 Kilometern und bereits einigen Höhenmetern erreichte ich schließlich die Grenze zu Nordmazedonien. Dieses Land faszinierte mich besonders, weil ich absolut keine Vorstellung davon hatte, was mich erwartete – weder in Bezug auf die Kultur noch auf die Menschen oder die Landschaft. Ich war gespannt, was die nächsten Tage bringen würden.
Am Abend erreichte ich die Stadt Debar in Nordmazedonien und traf in einer Bar auf ein deutsch-österreichisches Pärchen. Wir kamen ins Gespräch, und sie erzählten mir von ihrem spannenden Projekt: Sie arbeiten mit Landwirten zusammen, um ihnen die Prinzipien der Agroforstwirtschaft näherzubringen. Ihr Ziel ist es, den Bauern durch nachhaltige Anbaumethoden und Zertifizierungen eine Möglichkeit zu bieten, ihr Einkommen zu vervielfachen – anstatt nur mit ihren bisherigen, wenig profitablen Anbaumethoden zu wirtschaften.
Plötzlich gesellte sich ein junger Mann dazu, vielleicht 15 Jahre alt. Er erzählte, dass er zwei Jahre lang in Deutschland als Austauschschüler gelebt hatte. Ich war überrascht, wie offen und freundlich die Menschen hier auf mich zukamen – eine ganz andere Erfahrung als in den letzten Ländern, in denen die Menschen eher zurückhaltend und Fremden gegenüber distanziert waren.
Als es dunkel wurde, suchte ich mir einen Platz für mein Zelt am Ufer des Debarsees. Dort nutzte ich die Gelegenheit, mich endlich wieder zu waschen – auch wenn das Wasser auf über 500 Metern Höhe eisig kalt war. Ich hielt es nur so lange aus, wie unbedingt nötig, bevor ich mich wieder aufzuwärmen versuchte.
Zum Abendessen gab es wie gewohnt Nudeln mit Obst. Danach folgte mein tägliches Ritual: Dehnen, Zähne putzen, mich mit der Blackroll ausrollen und eine Nahrungsergänzungstablette nehmen. Zur Entspannung massierte ich meine Knie und Fußgelenke mit Arnika-Öl und trug meine bewährte Sitzcreme auf. Die Pflege half oft, meine beanspruchten Gelenke zu regenerieren.
Schließlich legte ich mich erschöpft, aber zufrieden in mein Zelt – bereit für eine hoffentlich erholsame Nacht.




