Tag
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Heute fuhr ich von Obertauern los, das komplett verschneit war und mitten im Skibetrieb lag. Zunächst ging es 550 Höhenmeter bergab, durch einige kleine Dörfchen. Danach stand jedoch der nächste steile Anstieg bevor: 6 km mit über 15 % Steigung und knapp 600 Höhenmetern bis hinauf auf die Katschberghöhe. Auch hier befand ich mich wieder mitten im Skitourismusgebiet.

Ich machte eine ausgedehnte Mittagspause mit einer atemberaubenden Aussicht oben auf der Katschberghöhe und genoss das unglaubliche Panorama der schneebedeckten Berge. Danach ging es wieder eine lange Strecke bergab, bis ich nach einer Etappe von 120 km in Villach ankam. Da ich immer noch mitten in den Alpen war und es kaum gute Stellen zum Wildcampen gab, nutzte ich wieder Warmshowers, um bei Rita und ihrer Familie eine warme Dusche und einen Schlafplatz zu bekommen.

Die ganze Familie war an dem Tag, bevor ich bei ihnen ankam, noch Skifahren oder auf Skitour, was mir zeigte, dass Skifahren in den Bergen viel alltäglicher ist, als es bei mir zuhause der Fall ist, wo ich es höchstens einmal im Jahr im Urlaub mache. Ich bemerkte auch, dass in vielen Skigebieten, die unter 1000 m lagen, kaum natürlicher Schnee lag und sich nur ein schmaler Streifen Kunstschnee den Berg hinab schlängelte. Das ließ mich stark hinterfragen, wie ökologisch, nachhaltig und sinnvoll der Skitourismus heutzutage noch ist.