Ankunft in Indonesien und ein besonderer Schlafplatz am Meer
Am heutigen Morgen stand ich erneut früh auf, da ich meine Weiterreise nach Indonesien antreten wollte. Gegen 8:00 Uhr machte ich mich mit meinem Fahrrad und einer Fahrradtasche auf den Weg und fuhr zunächst durch einen wunderschönen Park im Herzen Singapurs in Richtung Fährhafen.
Am Terminal angekommen, kaufte ich ein Hin- und Rückfahrtticket und checkte mein Fahrrad sowie mein Gepäck ein. Der gesamte Ablauf erinnerte stark an einen kleinen Flughafen. Leider wurde mein Fahrrad dabei recht unsanft behandelt, sodass sich mein Spiegel verdrehte und ich das Rücklicht wieder zurechtbiegen musste.
Kurz darauf ging es auf die Fähre, die vergleichsweise klein, dafür aber sehr schnell unterwegs war. Beim Auslaufen aus dem Hafen bot sich mir ein beeindruckender Blick auf die Skyline von Singapur sowie auf das große Cargo-Terminal, an dem unzählige Containerschiffe be- und entladen werden. Je weiter wir uns von der Küste entfernten, desto deutlicher wurde das Ausmaß des internationalen Schiffsverkehrs: Hunderte Containerschiffe warteten vor der Küste darauf, ihre Ladung löschen oder neue Container aufnehmen zu dürfen.
Auf der Fähre kam ich mit einigen Indonesiern und Touristen ins Gespräch. Viele waren fasziniert von meiner Reise mit dem Fahrrad und wollten Fotos mit mir machen. Nach der Ankunft in Batam folgten die Einreiseformalitäten, inklusive eines Visa on Arrival. Der gesamte Prozess verlief unkompliziert und zügig, sodass ich bald meine Fahrt Richtung Norden der Insel beginnen konnte.
Zunächst musste ich jedoch Bargeld abheben, was sich als etwas komplizierter herausstellte. Beim ersten Geldautomaten wurde meine Visa-Karte nicht akzeptiert, da dort offenbar nur einheimische Karten funktionierten. Ein Sicherheitsbeamter erklärte mir schließlich, dass ich nach Batam City fahren müsse, da es nur dort Automaten gibt, die internationale Karten annehmen. Die Namensähnlichkeit sorgte zunächst für Verwirrung, ließ sich aber schließlich aufklären. Nachdem ich Bargeld hatte, legte ich bei einem kleinen Supermarkt eine Pause ein, kaufte mir Instantnudeln und Kekse und aß, während draußen der Regen einsetzte.
Der Regen hielt an, war jedoch eher leicht und konstant. Ich entschied mich bewusst gegen die Regenjacke, da ich darunter vermutlich stärker geschwitzt hätte, als der Regen mich tatsächlich durchnässte. Zudem wirkte der Regen angenehm kühlend. Beim Verlassen der Stadt war der Verkehr sehr turbulent. Auffällig waren die vielen Motorroller – ein Bild, das mich stark an Vietnam erinnerte. Hier zeigte sich erneut, dass Indonesien wirtschaftlich deutlich ärmer ist als Thailand, Malaysia oder Singapur.
Die Strecke war sehr hügelig, nahezu ohne längere flache Abschnitte. Obwohl ich zunächst dachte, dass dies anstrengend werden würde, verging die Zeit erstaunlich schnell. Hinter jedem Hügel eröffneten sich neue Landschafts- und Felsformationen, die das Fahren abwechslungsreich und spannend machten.
Nach etwa 110 Kilometern legte ich an einem kleinen Kiosk eine Pause ein, trank einen Softdrink und aß etwas. Dort kam ich mit drei jungen Frauen ins Gespräch, die sehr interessiert waren und mir viele Fragen zu meiner Reise stellten. Nach kurzer Zeit entwickelte sich daraus ein kleines Fotoshooting. Auf meine Frage, ob es am Ende der Straße eine überdachte Möglichkeit zum Zelten gäbe, erzählten sie mir von einer nahegelegenen Moschee oder der Möglichkeit, im Kiosk zu übernachten. Auch boten sie mir an, bei ihnen zu bleiben, was ich dankend ablehnte, da ich mein Tagesziel unbedingt erreichen wollte.
Nach der herzlichen Verabschiedung fuhr ich die letzten zehn Kilometer bis zur nördlichsten Spitze der Insel. Dort traf ich auf eine Familie, die für den Zugang zum Strandbereich einen kleinen Betrag verlangte. Da ich noch Hunger hatte, fragte ich, ob sie mir Reis mit Ei zubereiten könnten – was sie glücklicherweise auch taten. Währenddessen saß ich bei ihnen in ihrer einfachen Holzhütte, unterhielt mich mit ihnen und genoss die ruhige Atmosphäre.
Nach dem Essen brachte mich ein Familienmitglied zu einem abgelegenen Strandabschnitt und zeigte mir mehrere überdachte Holzunterstände, in denen ich mein Zelt regengeschützt aufbauen konnte. Schließlich fand ich einen besonders schönen Platz an der nördlichsten Stelle des Areals, von dem aus sowohl Sonnenauf- als auch Sonnenuntergänge sichtbar sein dürften.
Ich trug mein Fahrrad die letzten Stufen hinunter zum Strand und baute mein Zelt im Licht des Sonnenuntergangs auf. Dabei wurde ich die ganze Zeit von einer streunenden Katze beobachtet, die hoffnungsvoll nach Futter bettelte. Da ich sie nicht dauerhaft an mich gewöhnen wollte, gab ich ihr nichts, ließ sie aber später unter einem Teil der Zeltplane Schutz suchen.
Mit Einbruch der Dunkelheit nahmen auch die Mücken deutlich zu, weshalb ich mich bald in mein Zelt zurückzog. Hoffentlich bringt der morgige Tag mehr Sonne und trockenes Wetter, sodass ich diesen besonderen Ort in Ruhe genießen kann.
So endete mein erster Tag in Indonesien – geprägt von herzlichen Begegnungen, eindrucksvoller Natur und einem außergewöhnlichen Schlafplatz am Meer.







