Tag
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Ein regnerischer Start und weiter nach Süden


Heute Morgen startete ich aus meiner letzten Unterkunft im strömenden Regen. Auf der Veranda befestigte ich meine Fahrradtaschen, musste aber noch etwa eine Stunde warten, da der Regen so stark war. Schließlich zog ich meine Regensachen an und machte mich auf den Weg. Kaum 50 Meter von der Unterkunft entfernt, sah ich drei Affen, die auf einer Stromleitung herumtollten – ein schöner Start in den Tag, trotz des Regens.

Es ging zunächst wieder auf Straßen durch den Dschungel Richtung Küste. Nach etwa zwei Stunden ließ der Regen nach, und ich konnte meinen großen Regencape ausziehen, den ich vorsichtshalber über alles gezogen hatte, um meine guten Regensachen trocken zu halten. Da ich am Morgen nur ein wenig Toastbrot gegessen hatte, stoppte ich beim ersten Seven Eleven Supermarkt und kaufte ein Brötchen und Kekse, um Energie zu tanken.

Auf der Hauptstraße war kein Ausweichen auf kleinere Wege möglich. Die drückende Hitze in Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit machte mich schnell müde. Nach 50 km legte ich eine Mittagspause ein, aß meine mitgebrachten Vorräte und etwas abends Instant-Nudeln mit Keksen. Anschließend fuhr ich weitere 40 km auf der größeren Straße, bis ich endlich wieder auf kleinere Küstenstraßen ausweichen konnte.

Die großen LKWs und Autos waren oft rücksichtslos und fuhren sehr nah an mir vorbei, was gefährliche Situationen erzeugte. Auf den kleineren Straßen fuhr ich durch endlos lange Palmölplantagen. Die Biodiversität hier ist gering, dennoch leben einige Affen und Vögel darin. Es ist jedoch erschreckend zu sehen, wie hier Regenwälder abgeholzt werden, nur um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, das vor allem für den europäischen, insbesondere den deutschen Markt, produziert wird. Zudem fiel mir der viele Müll entlang der Straßen auf.

Die Menschen in den kleinen Dörfern, an denen ich vorbeifuhr, waren sehr nett und grüßten mich häufig. Viele fahren kleine Motorroller, oft mit Beiwagen, auf denen sie Waren transportieren.

Nach 140 km erreichte ich ein Dorf mit einem Schild, das auf einen Homestay hinwies. Am Haus angekommen, kam nur der Sohn der Familie heraus. Da er kein Englisch sprach, verstand er nicht, dass ich eine Übersetzungs-App benutzen wollte, um mich zu verständigen. Kurz wurde er etwas aggressiv, da er sich wahrscheinlich nicht ernst genommen fühlte. Ich beschloss, nicht weiter Zeit zu verlieren, und fuhr in die nächste Kleinstadt, etwa 15 km weiter.

Am Ende hatte ich 160 km auf dem Tacho und kam in einem Hotel an. Ich verhandelte den Preis von 20 € auf 15 € herunter, da ich bei der Hitze und Feuchtigkeit unbedingt eine Klimaanlage für einen guten Schlaf benötigte. Direkt gegenüber vom Hotel aß ich noch sehr lecker, und in einem kleinen Supermarkt kaufte ich Vorräte für den nächsten Tag.

Abends hatte ich einen Telefontermin mit dem Darmstädter Echo, die regelmäßig über meine Reise berichten. Nachdem ich meine Abendroutine erledigt hatte, ging es schließlich ins Bettchen.