Zwischen Dschungel, Regen und Meeresrauschen – ein Tag voller Kontraste
Der Tag begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer. Während ich mein Frühstück aß und dabei am Strand entlanglief, beobachtete ich kleine Krebse, die in Windeseile in ihre Löcher flüchteten, sobald ich näherkam. Ein friedlicher Moment, bevor das Abenteuer des Tages begann.
Nachdem ich mein Zelt und die gesamte Ausrüstung wieder ordentlich zusammengepackt hatte, machte ich mich auf den Weg. Zunächst führte die Strecke noch einige Kilometer über den Highway, doch nach rund 30 Kilometern bog ich – wie zuvor auf Komoot geplant – auf kleinere Wege durch den Dschungel ab.
Dort eröffnete sich mir eine beeindruckende Vogelvielfalt: Ich sah Braunlieste (Verwandte der Eisvögel), bunte Pirole, verschiedene Reiherarten wie den Kuhreiher und kleine, farbenprächtige Zwergspinte, die zu den Bienenfressern gehören. Immer wieder fuhr ich durch Palmen- und Palmölplantagen, in denen Landwirte auf Rollern mit extrem langen Bambusstangen und befestigten Macheten vorbeizogen, um Kokosnüsse zu ernten.
Ein besonders skurriler Anblick war ein Affe auf dem Beiwagen eines Motorrads. Zunächst wusste ich nicht, was das zu bedeuten hatte – bis ich wenig später mehrere Affen an Leinen sah, die für die Landwirte die Palmen hochkletterten, um die Kokosnüsse zu lösen und herunterzuwerfen. Einerseits war es faszinierend, diese Szene zu beobachten, andererseits auch traurig, da die Tiere in der großen Hitze hart arbeiten müssen.
Nach etwa 50 Kilometern wurde das Gelände zunehmend hügeliger, was mir spürbar Energie raubte – vor allem bei der extremen Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit. Nach rund 100 Kilometern hielt ich an einem kleinen Kiosk neben der Straße, um mir einen Softdrink zu gönnen und kurz auszuruhen. Kaum hatte ich mich gesetzt, begann es – zunächst leicht, dann heftig – zu regnen. Ich hatte wirklich Glück, genau im richtigen Moment eine Pause eingelegt zu haben.
Nach etwa 45 Minuten ließ der Regen nur minimal nach, also fuhr ich weiter – und wurde prompt komplett durchnässt. Bis auf die Knochen nass, suchte ich schließlich einen Schlafplatz an einem wunderschönen, einsamen Strand. Auch wenn der Regen die Stimmung etwas trübte, war der Ort an sich traumhaft. Ich stellte mein Zelt so schnell wie möglich auf, bevor der nächste Schauer kam, und nutzte eine kurze Regenpause, um den gesamten Strand entlangzugehen, Muscheln zu sammeln und die Abenddämmerung zu genießen.
Später im Zelt zog ich das Regencape über, damit es trocken blieb – was es im Inneren allerdings deutlich heißer machte. Da in der Nacht weiterer Regen angekündigt war, blieb mir jedoch keine andere Wahl. So lag ich schließlich, eingehüllt in warme, feuchte Luft, und ließ mich vom Rauschen des Meeres in den Schlaf wiegen.





