Ein weiterer langer Tag auf thailändischen Straßen
Der heutige Tag verlief ähnlich wie der gestrige. Ich stand früh auf, frühstückte ein kleines bisschen, packte meine Sachen und machte mich auf den Weg. Nach 50 km legte ich meine erste kleine Pause ein und trank eine Fanta, um meinen Blutzuckerspiegel wieder zu stabilisieren. Anschließend fuhr ich weitere 40 km und machte Mittagspause in einem kleinen Restaurant am Highway. Im Schatten konnte ich mich kurz abkühlen und etwas entspannen, bevor ich wieder auf das Fahrrad stieg.
Die Landschaft war beeindruckend: weite, grüne Felder, manchmal Palmen und Bananenstauden, dazwischen kleine Dörfer. Da in Thailand Linksverkehr herrscht, fuhr ich auf dem linken Seitenstreifen. Die Straßen waren stark befahren – viele Pick-ups sind tiefergelegt und rasen oft mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei. Auf den Fahrzeugen sitzen oft Menschen, die komplett ungesichert unterwegs sind. Besonders in den ländlichen Regionen ist dies oft die einzige Möglichkeit für die Menschen, in größere Städte zu kommen, Handel zu betreiben oder mobil zu sein.
Zwischendurch hielt ein Motorradfahrer an, um ein Foto mit mir zu machen. Er war sehr stolz, mich getroffen zu haben. Nach einer netten Verabschiedung setzten wir beide unsere Fahrt fort.
Nach 130 km machte ich meinen letzten Stopp bei einem 7-Eleven. Dort telefonierte ich mit einem Händler für Crankbrothers Fahrradpedale in Bangkok, um Ersatzteile für die Lager meiner Pedale zu besorgen. Normalerweise hätten die Pedale noch bis Singapur gehalten, doch die lange, schlammige Strecke in Laos mit tiefen Wasserlöchern hatte den Lagern stark zugesetzt. Wahrscheinlich sind Schlamm, kleine Steine und Wasser in die Lager gelangt und haben das restliche Fett weiter gelöst. Zum Glück konnte ich den Händler erreichen: Wenn ich in Bangkok bin, kann ich die Spezialteile für die Pedale problemlos austauschen lassen. Für die Zukunft plane ich definitiv, Ersatz mitzuführen.
Anschließend fuhr ich noch 30 km bis zu einer kleinen Unterkunft, die mit zehn Euro wirklich top war: ein großes Schlafzimmer mit einem zweiten Bett, ein geräumiger Eingangsbereich, eine schimmelfreie Dusche und mehr als ausreichend Platz für meine Taschen.
Am Abend ging ich noch auf den Markt, nur wenige hundert Meter entfernt, um etwas zu essen. Dabei konnte ich das geschäftige Treiben der Marktstände bei der Abenddämmerung beobachten – ein schöner, entspannter Abschluss für diesen langen Tag. Danach ging ich früh ins Bett, um für die letzte Etappe nach Bangkok genügend Energie zu haben.



