Auf ins Inland – Regen, Berge und letzte Tage in Vietnam
Am heutigen Morgen stand ich wieder um 6:00 Uhr auf, machte mir ein schnelles Frühstück mit Instant-Nudeln und saß um 7:30 Uhr auf dem Fahrrad. Mein Ziel: weiter Richtung Laos – das bedeutete, vom Meer weg und hinein ins Inland und die Berge.
Die ersten Kilometer verliefen noch angenehm flach. Doch nach meinem Mittagessen bei Kilometer 65 begann das Gelände deutlich anspruchsvoller zu werden. Hügel reihten sich aneinander, und die ersten längeren Anstiege forderten mich ordentlich heraus. Dazu kamen immer wieder kräftige Regenschauer, die mich völlig durchnässten.
Die Straßen wechselten ständig zwischen neuem Asphalt und Baustellenabschnitten, auf denen es teilweise nur noch Schotter und Schlamm gab. Auch hier im Landesinneren wurde eifrig gebaut und verbessert – ein gutes Zeichen für die Infrastruktur, aber für mich heute eine ziemliche Herausforderung.
Was mich jedoch den ganzen Tag über begleitete, waren die Rauchschwaden von brennendem Müll. Es ist jedes Mal erschreckend zu sehen, wie selbstverständlich dieser überall verbrannt wird. Ich verstehe, dass viele keine andere Möglichkeit haben, aber die dicken, giftigen Rauchwolken sind einfach schlimm – sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt.
Zwischendurch sah ich immer wieder Wasserbüffel, die gemütlich im Regen standen – während ich selbst klitschnass auf meinem Fahrrad saß. Irgendwie wirkten sie zufrieden, als gehörte der Regen für sie einfach dazu.
Nach 105 Kilometern und knapp 950 Höhenmetern schaute ich am Nachmittag auf meine Wetter-App: Die Vorhersage meldete stärkeren Regen und Gewitter für die nächsten Stunden. Zudem gab es nach der kleinen Stadt, in der ich gerade angekommen war, keine sicheren Unterkünfte mehr. Also entschied ich mich, kein Risiko einzugehen und hier für die Nacht zu bleiben, statt später im Dunkeln und Regen nach einer Bleibe suchen zu müssen.
Ich fand ein einfaches Zimmer, aß noch eine warme Nudelsuppe, und ließ den Abend ruhig ausklingen. Wie immer schnitt ich mein Tagesvideo, brachte mein Tagebuch auf den aktuellen Stand und bereitete alles für morgen vor.
Nun trennen mich nur noch 125 Kilometer bis zur laotischen Grenze – vielleicht schaffe ich es schon morgen, sonst übermorgen. Damit würde ich nach vielen intensiven Etappen das Kapitel Vietnam abschließen und ein neues Abenteuer beginnen.




