Regen, Gewitter und endlose Straßen
Heute startete ich besonders früh in den Tag. Bereits um 5:45 Uhr stand ich auf, denn ich habe mir vorgenommen, in den kommenden Wochen mein tägliches Pensum an Kilometern zu erhöhen, um mehr Zeit zum Fahren und Entdecken zu haben. Der Tag begann mit ein paar Bahnen im großen Pool des Hostels – ein angenehmer Start, bevor es anschließend zum Frühstück ging.
Um 7:30 Uhr war alles gepackt, und ich verabschiedete mich von meinem polnischen Zimmernachbarn, mit dem ich am Vortag ins Gespräch gekommen war. Dann machte ich mich auf den Weg – die Straße AH1 entlang, Richtung Süden. Es ist zwar keine besonders schöne Strecke, eher ein klassischer Küsten-Highway, doch Alternativen gibt es kaum. Die Nebenstraßen führen meist wieder auf die Hauptstraße zurück oder bedeuten große Umwege.
Der Verkehr war wie gewohnt hektisch und laut. Reisebusse rasten in einem Tempo vorbei, das einem den Atem stocken lässt, und das Dauerhupen ist hier ohnehin allgegenwärtig. Erstaunlicherweise habe ich gelernt, all das zu ignorieren und die Fahrt trotzdem zu genießen.
Am Mittag legte ich eine Pause in einem kleinen Straßenrestaurant ein und aß mein mittlerweile typisches Lieblingsgericht – einfach, lecker und sättigend. Gestärkt ging es weiter, vorbei an überschwemmten Reisfeldern, auf denen Wasserbüffel gemächlich ihre Runden drehten.
Im Laufe des Tages begann es immer wieder zu regnen. Einmal so heftig, dass ich mich unter das Vordach eines kleinen Ladens flüchtete – die Straße glich in diesem Moment fast einem Fluss. Immer wieder holte ich meine Regenjacke hervor, nur um sie kurze Zeit später wieder zu verstauen. Am Nachmittag bildete sich dann eine gewaltige Gewitterzelle, und da ich aus früheren Erfahrungen weiß, wie gefährlich Blitze in offener Fläche oder in den Bergen sein können, suchte ich Schutz in einem Supermarkt, bis das Unwetter vorbeigezogen war.
Am Abend erreichte ich schließlich ein kleines Dorf, in dem ich eine einfache Unterkunft fand. Dort hing ich meine durchnässten Sachen zum Trocknen auf und fiel – erschöpft, aber zufrieden – ins Bett.







