Stressige Flucht vor dem Taifun
Am Vormittag arbeitete ich an meinem Blog, was sich jedoch als sehr mühsam herausstellte. Die Bilddateien luden extrem langsam hoch, und spätestens da wurde mir klar, dass ich dringend eine neue Website brauche, die besser mit den vielen Daten umgehen kann. Bislang nutze ich ein Baukastensystem, das für meine Fotografie-Seite ideal war, für einen so ausführlichen Reiseblog aber nicht mehr ausreicht. Deshalb habe ich mir vorgenommen, in den kommenden Wochen nur noch Texte hochzuladen und die Bilder wegzulassen. Meine zweimonatige Pause in Deutschland im Dezember und Januar möchte ich dann nutzen, um eine neue, eigene Website aufzubauen – professioneller, leistungsstärker und passender für mein Projekt.
Am Mittag traf ich mich noch einmal mit der Französin, die ich in Sapa kennengelernt und später in Hanoi wiedergetroffen hatte. Gemeinsam aßen wir zu Mittag, bevor ich wieder zurück an meinen Blog ging. Doch die Technik frustrierte mich weiterhin: Beim Einsetzen der Bilder ging so viel Zeit verloren, dass ich nicht mehr dazu kam, meine Kurzvideos fertig zu schneiden.
Gegen Nachmittag kam dann eine Nachricht, die meine Pläne komplett durcheinanderwarf: Ein Taifun, der von den Philippinen über das chinesische Festland hinweg in Richtung vietnamesische Küste ziehen sollte, würde in den nächsten Tagen auch den Fährverkehr lahmlegen. Eigentlich wollte ich am folgenden Morgen früh mit der Fähre fahren, musste nun aber sofort reagieren. Kurzerhand entschied ich, meinen Pausentag zu halbieren, meine Sachen zu packen und die Insel noch am Abend zu verlassen.
Ursprünglich hatte ich die Information bekommen, dass die Fähre um 18:00 Uhr fahren würde. Doch plötzlich meinte mein Unterkunftsbetreiber, dass sie bereits um 17:30 Uhr ablegt – und ich hatte noch 25 Kilometer bis zum Anleger vor mir. Die Zeit war knapp, aber ich trat kräftig in die Pedale und erreichte den Hafen tatsächlich noch zehn Minuten vor Abfahrt.
Zu meiner Überraschung war die Aufregung jedoch unbegründet: Es standen gleich mehrere Fähren bereit, da viele Menschen wegen des angekündigten Taifuns noch schnell die Insel verlassen wollten. Im Sonnenuntergang fuhr ich schließlich mit der Fähre zurück aufs Festland.
Doch dort erwartete mich eine neue Herausforderung. Die Sonne war bereits untergegangen, und die Nacht brach schnell herein. Auf dunklen Straßen mit viel LKW-Verkehr musste ich weitere 25 Kilometer bis zur nächsten Kleinstadt fahren. Das war alles andere als angenehm, aber es blieb mir keine Wahl.
In einem kleinen Dorf zeigte mir Google Maps mehrere Unterkünfte – doch keine einzige davon existierte in Wirklichkeit. Die Einheimischen bestätigten mir, dass alle sechs verzeichneten Hotels nur „Phantome“ waren. Also musste ich noch viereinhalb Kilometer weiterfahren. Dort fand ich zwar endlich ein Hotel, doch angeblich sei alles ausgebucht. Erschöpft und ungläubig wollte ich schon weiterziehen, doch als kurz darauf der Chef zurückkehrte, stellte sich heraus, dass im dritten Stock doch noch ein Zimmer frei war.
Dankbar schleppte ich meine Taschen hinauf, schloss mein Fahrrad sicher unten ab und fiel nach diesem anstrengenden halben Tag auf dem Rad erschöpft ins Bett.






