Von der Dschungelraupe bis ins Großstadtgetümmel von Kunming
Die Nacht über hatte es wieder heftig geregnet – umso besser, dass ich im kleinen Dorf im Dschungel eine Unterkunft gefunden hatte. Am Morgen war der Regen vorbei, und ich machte mich auf den Weg. Nach einigen Kilometern entdeckte ich eine riesige Raupe mitten auf der Straße: die Raupe des Atlasspinners, eines der größten Nachtfalter der Welt. Mit fast 10 Zentimetern Länge war dieses Tier ein wirklich beeindruckender Anblick.
Weiter ging es durch den sattgrünen Dschungel, in dem hinter jeder Kurve neue Geräusche und Farben warteten. Auch heute war die Strecke wieder bergig, mit langen Anstiegen in Richtung Kunming. Nach 70 Kilometern legte ich eine Mittagspause ein. Leider war die Straße stark von LKWs befahren, die anstelle der mautpflichtigen Autobahn die kleineren Straßen nutzen. Für mich hieß das: ständige Vorsicht und Konzentration, damit die schweren Fahrzeuge genug Abstand hielten.
Nach 120 Kilometern erreichte ich die große Vorstadt Aming, bevor es durch das chaotische Straßengewirr von Kunming ging. Mehrspurige Straßen übereinander, hunderte Roller, die sich zwischen Autos hindurchschlängelten – und mittendrin ich mit meinem Rad. Die letzten Kilometer zogen sich, denn mein Bauch machte Probleme und raubte mir zusätzliche Energie. Hoffentlich kündigt sich da nichts Ernsteres an.
Nach knapp 140 Kilometern und 1300 Höhenmetern kam ich schließlich am Hotel an. Dort wartete noch eine letzte kleine Hürde: Mit dem Fahrrad im Aufzug in den achten Stock zu fahren war anscheinend nicht erlaubt. Nach längerer Diskussion stellte sich jedoch heraus, dass ich einfach nur den zweiten Fahrstuhl hätte nehmen sollen. Problem gelöst, und endlich konnte ich in mein Zimmer. Heute werde ich mit Sicherheit sehr gut schlafen.




