Tag
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Der Start ins Alaska-Abenteuer

Am heutigen Tag hieß es für mich endlich loszufahren. Da ich in dem warmen Unterschlupf bei -3 °C Außentemperatur übernachten konnte, hatte ich eine angenehm warme Nacht in dem kleinen Hangar.

Am Morgen packte ich alle meine Sachen zusammen und verließ den Hangar. Bevor ich endgültig losfuhr, rief ich noch einmal kurz Steven an. Er machte mir die Tür zum Hangar auf, sodass ich meine Flaschen noch einmal mit Trinkwasser auffüllen konnte.

Danach konnte es endlich losgehen. Plötzlich bemerkte ich jedoch, dass mein Trittfrequenzsensor nicht mehr an meiner Kurbel war. Ich suchte alles durch und vermutete, dass er beim Auspacken irgendwie in die Bläschenfolie geraten sein musste und ich ihn dort übersehen hatte. Zumindest hoffte ich das.

Also rief ich Steven noch einmal kurz an. Er kam wieder zu mir und öffnete mir die Tür zum Hangar. Gemeinsam schauten wir noch einmal im Fahrradkarton und in der Bläschenfolie nach. Und tatsächlich: Wir fanden den Trittfrequenzsensor schließlich eingewickelt in der Bläschenfolie.

Damit war auch dieses Problem gelöst. Ich verabschiedete mich von Steven und bedankte mich noch einmal herzlich für seine ganze Hilfe.

Nun ging es wirklich für mich los. Es stand ein sehr schöner Tag bevor. Die Sonne schien mir ins Gesicht, und ich war dick eingepackt in meine Winterklamotten. Die Außentemperatur lag aktuell noch bei -1 °C.

So machte ich mich von dem kleinen Flughafen in Deadhorse auf den Weg auf den Dalton Highway. Die ersten 90 Kilometer waren geteert. Das bedeutete allerdings nicht, dass es besonders einfach zu fahren war, sondern lediglich, dass es einigermaßen rollte. Da ich Gegenwind hatte, hatte ich einiges zu tun, um dagegen anzukämpfen.

Ich kämpfte mich Stück für Stück voran und fuhr durch die offene Tundra des arktischen Landes. Der Wind war sehr kalt, weshalb ich mich so einhüllen musste, dass möglichst keine Haut mehr nach außen zeigte. So ging es für mich stetig bergauf in Richtung Berge.

Nach etwa 95 Kilometern entlang der Gaspipeline, die in Deadhorse startet und bis nach Fairbanks führt, traf ich auf einen Jäger, der anhielt und mich fragte, ob ich etwas bräuchte. Ich sagte ihm, dass ich erst einmal genug hätte und an meinem Schlafplatz auch wieder Wasser filtern würde.

Wir kamen noch ein bisschen ins Gespräch und er erzählte mir, dass er hier Karibus jagt. Ich hatte zuvor immer wieder Pick-ups gesehen, die mich überholt hatten und auf denen die Geweihe von Karibus lagen. Die Tiere selbst hatte ich bisher jedoch noch nicht gesehen.

Viele Menschen reisen anscheinend bis hier hoch in den Norden Alaskas, um genau diese Tiere zu jagen. Ein bisschen komisch. Das denken diese Menschen wahrscheinlich aber auch über mich.

Nachdem ich dann noch über ein paar Hügel steil hoch und wieder runter musste, um am nächsten Fluss anzukommen, fing es auch kurz an zu regnen. Da merkte ich direkt, wie schnell es in der ohnehin schon anhaltenden Kälte noch kälter und sehr ungemütlich werden kann.

Kurze Zeit später war der Regen dann vorbei und ich kam an meinem geplanten Schlafplatz an einem Fluss aus den Bergen an. Hier baute ich neben einem anderen Camper, jemandem aus Alaska, mein Zelt direkt am Fluss auf.

Durch den Regen hatte ich sehr kalte Finger, weshalb ich so schnell wie möglich versuchte, mein Zelt aufzubauen, um mich danach erst einmal wieder aufzuwärmen. Tatsächlich schlief ich schließlich erst einmal eine Stunde in meinem Schlafsack, während ich mich aufwärmte.

Das zeigte mir, wie sehr sich mein Körper noch an die Kälte gewöhnen muss und wie viel Energie dabei verloren geht. Als ich dann um 21:30 Uhr wieder aufwachte, hatte ich nur noch etwa eine Stunde Helligkeit und es war mittlerweile auch noch deutlich kälter geworden.

Also entschied ich mich, eine der Fertigportionen Reis zu essen, die ich mir mitgenommen hatte. Dazu gab es Nüsse aus meiner großen Nusspackung. Das war dann auch mein Abendessen, das mich mit vielen Kohlenhydraten und Proteinen versorgte.

Anschließend machte ich meine Abendroutine mit Dehnen, Po-Creme, Supplements, Faszienrolle und einem beruhigenden Massageöl für die Knie. Ich merkte nämlich meine Knie, vor allem mein linkes Knie. Wahrscheinlich macht sich nun die Veränderung bemerkbar: Nach den 14 Tagen Urlaub in Japan ohne Fahrradfahren und jetzt wieder mit noch mehr Gepäck muss sich mein Körper erst wieder an die Belastung gewöhnen.

Ich hoffe jedoch, dass das schnell geht und ich erst einmal keine größeren Probleme mit Muskelkater oder Faszienverklebungen rund um mein Knie bekomme.

So ging es für mich müde ins Bett.